AG Somatopsyche und komplexe Interventionen
Die AG Somatopsyche und komplexe Interventionen widmet sich der Erforschung der vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen körperlichen Erkrankungen und psychischen Prozessen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere psychosoziale Auswirkungen körperlicher Erkrankungen wie des Post-COVID-Syndroms, die körperliche Belastungsstörung bei Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie die psychosoziale Versorgung der Betroffenen.
Die AG beschäftigt sich damit, wie das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell in der klinischen Praxis umgesetzt werden kann und entwickelt innovative Versorgungskonzepte an der Schnittstelle zwischen somatischer und psychischer Gesundheit. In bisherigen und aktuellen Projekten werden etwa psychosomatisch-psychotherapeutische Manuale für die psychosozialen Bedürfnisse von chronisch Kranken (Post-COVID) sowie komplexe Interventionen wie die Etablierung einer Psychologin auf Intensivstation zur psychosozialen Versorgung von Patient:innen, Angehörigen und Mitarbeitenden entwickelt und untersucht. Die Arbeitsgruppe verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz, der die traditionellen Grenzen medizinischer Fachgebiete überwinden und auf eine personalisierte, interdisziplinäre Patientenversorgung abzielt.
Mitarbeiter:innen:
Stephanie Czachurski, Melanie Elgner, Helena Haverkate
Josi Großmann, Clara Balko, Kai Linkohr, Konstantin Nießen, Linda Voss
Laufende Projekte:
VIBES - Versorgungssituation, Versorgungsinanspruchnahme und Bedarfsanalyse von Patient:innen mit postviralen Syndromen am Beispiel von Post-COVID
Projektlaufzeit: 2025 – 2028
Förderung: Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses
Das Projekt zielt darauf ab, ein detailliertes Verständnis der Versorgungslage, der Versorgungsbedarfe und der psychosozialen Bedürfnisse von Patient:innen mit postviralen Symptomkomplexen, insbesondere des Post-COVID-Syndroms (PCS), zu erlangen. Des Weiteren wird auch die Sicht der Gesundheitsprofessionellen zu den oben genannten Dimensionen erfragt und analysiert. Im Rahmen des Projektes soll durch die Ergebnisse der Analysen der genannten Parameter ein partizipativ erarbeitetes Benchmark-Modell für die interdisziplinäre integrierte Versorgung von Patient:innen mit PCS/postviralen Syndrome abgeleitet und vorgelegt werden. Dieses soll Eingang in die S1-Leitlinie finden und zu konkreten Handlungsempfehlungen (SOPs) verdichtet werden.
! Wir suchen: Studienteilnehmer:innen für Fokusgruppen - Betroffene und Hausärzte
Kontakt: Melanie Elgner
E-Mail: long-covid@med.ovgu.de
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier
ISA Tele-PSM – Implementierungsforschung Sachsen-Anhalt, Implementierung eines psychosomatischen Telekonsildienstes
Projektlaufzeit: 2025 – 2027
Förderung: Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
In vielen Regionen Sachsen-Anhalts gibt es nur wenige Fachärzt:innen für psychosomatische Medizin. Das bedeutet: Wer körperlich krank ist und gleichzeitig unter seelischer Belastung leidet, erhält häufig nicht rechtzeitig die passende Unterstützung. Dabei beeinflussen sich körperliche und psychische Prozesse gegenseitig. Psychische Belastungen können körperliche Symptome verstärken oder sogar auslösen, während chronische körperliche Erkrankungen die psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen können. Psychosomatik betrachtet diese Wechselwirkungen ganzheitlich und zielt darauf ab, sowohl körperliche als auch psychische Faktoren in Diagnostik und Behandlung zu berücksichtigen.
Genau hier setzt unser Projekt an. Wir schaffen einen digitalen Telekonsildienst, der andere Kliniken mit uns vernetzt und den schnellen Austausch mit psychosomatischen Expert:innen ermöglicht. Ärztinnen und Ärzte in kleineren Krankenhäusern können so unkompliziert fachliche Beratung für ihre Patient:innen direkt über eine sichere Online-Plattform einholen.
Das Ziel:
- Schnellere Hilfe für Patient:innen mit psychosomatischen Beschwerden
- Mehr Unterstützung für das medizinische Personal vor Ort
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kliniken in der Region
- Stärkere Versorgungssicherheit im ländlichen Raum
Darüber hinaus untersucht das Projekt, wie gut der digitale Konsildienst von Patient:innen und Personal angenommen wird, welche Barrieren es gibt und welche Faktoren den Erfolg fördern.
! Wir suchen: Freiwillige für unseren Patientenbeirat – Unterstützen Sie uns mit Ihren Erfahrungen als Patient:in
Kontakt: Helena Haverkate und Stephanie Czachurski
E-Mail: forschung-psychosomatik@med.ovgu.de
Telefon: 015152697404
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

